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Bonnie Raitt
Schöne, junge, rothaarige Frauen, die eine klagende Slidegitarre wie ein Delta-Bluesmann spielen und wie ein Engel singen konnten, waren in den 70er-Jahren dünn gesät. Im Grunde gab es nur eine: Bonnie Raitt.
Sie wurde am 8. November 1949 in Burbank, Kalifornien, in eine Künstlerfamilie hineingeboren: Ihr Vater war der Broadway-Musicalstar John Raitt. Obwohl sie schon in ihrer Jugend mit dem Gitarrespielen anfing, hatte Bonnie keine großen Ambitionen, die Musik zu ihrem Beruf zu machen – sie war eine aufstrebende politische Aktivistin, als sie sich am Radcliffe College in Harvard einschrieb. Dort traf sie Dick Waterman, der einige Bluesveteranen managte, und schon bald änderte sich ihr Interesse. 1970 eröffnete sie in der Gegend von Boston Konzerte von Mississippi Fred McDowell und Sippie Wallace.
Ein so außergewöhnliches Talent war schnell populär. Warner Bros. veröffentlichte schon 1971 Bonnie Raitts gleichnamiges Debütalbum, dessen interessante Songliste von Robert Johnson und Sippie Wallace bis zu Stephen Stills und den Marvelettes reichte. Die Musikkritiker überschlugen sich. Sie legte im Folgejahr mit der bejubelten LP 'Give It Up' nach, die als erste in die Hitparade kam. Auch 'Takin' My Time' (1973), 'Streetlights' (1974) und 'Home Plate' (1975) brachten Raitt in die Albumcharts, allerdings ohne Hitsingles.
Bonnies LP 'Sweet Forgiveness', vom früheren Paul-Butterfield-Produzenten Paul Rothchild für Warner Bros. überwacht, war 1977 ein großer Erfolg. Das Herzstück der Platte: ihre Interpretation von Del Shannons 1961er-Nr.-1-Hit Runaway als sinnlicher mittelschneller Song voller Blues-Feeling. Runaway war Raitts erste Hitsingle, sie erreichte im Sommer des Jahres Platz 57 Pop und brachte ihr eine Menge Mainstream-Fans, die die Musik eines Mississippi Fred McDowell ansonsten in tausend Jahren nicht erkennen würden.
Man muss es ihr hoch anrechnen, dass Raitt stets versucht, ihrem Publikum die Blueskünstler näherzubringen, die sie selbst inspiriert haben. Charles Brown war einer der Veteranen, die sie als Opening Act präsentierte. "Bonnie Raitt war es, die mich wirklich auf die Szene zurückbrachte", sagte der 1999 verstorbene Pianist. "Es war irgendwie schockierend." Den großen internationalen Durchbruch schaffte Raitt 1989 mit ihrem Album 'Nick Of Time' und den folgenden 'Luck Of The Draw' 1991 und 'Longing In Their Hearts' 1994, die alle von Don Was für Capitol produziert wurden und alle Platin-Schallplatten einbrachten. Bonnies elegante Slidegitarre und ihr engelhafter Gesang passten sich gut in das moderne Pop-Rock-Umfeld ein und erwiesen sich als äußerst populär.
Raitt ist auch heute noch sehr erfolgreich und engagiert sich weiterhin für den Blues.
Bill Dahl
Chicago, Illinois
Electric Blues 1939-2005. - The Definitive Collection!
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