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Frumpy

Die Gruppe Frumpy war in einer relativ kurzen, aber sehr intensiven Zeit, Ende der 60/Anfang der 70er, eine der wichtigsten deutschen Rockbands. Die Band war in der Lage, musikalisch die damals aktuellen Entwicklungen zusammenzufassen und umzusetzen. Das lag auch u.a. daran, weil einige der größten Ta- lente der deutschen Rockmusik bei Frumpy mitwirkten.


Gegründet wurden Frumpy im November 1969 von Bohn, Kravetz, Rumpf und Schott. Das Quartett kannte sich aus der erfolgreichen Hamburger Folk-Rock-Gruppe City Preachers um den Iren John O'Brien-Docker, zu der u.a. auch die spätere Schlager-Chansonette Alexandra, Sängerin Dagmar Krause und Schlagzeuger Udo Lindenberg gehörten. Rumpf, Krause, Schott, Lindenberg und Kravetz entfernten sich 1969 immer mehr von der Folk-Musik. Lindenberg schied aus, wechselte zu Peter Herbolzheimer und später zu Klaus Doldinger, bevor er 1973 eine Solokarriere begann. Er wurde bei den City Preachers durch Bohn ersetzt. Dagmar Krause ging nach England zur Avantgarde-Band Slapp Happy. Rumpf, Schott, der neue Schlag- zeuger Bohn und Kravetz beschlossen als Gruppe zu arbeiten und wählten den Bandnamen Frumpy – ein Wortspiel aus dem Namen von Inga Rumpf und bedeutet in der Übersetzung in etwa mürrisch.


Die Band begann ihr öffentliches Leben, drei Monate nach der Gründung, im April 1970 mit einem Live- Auftritt beim 'Essen International Pop & Blues Festival', von dem zwei ihrer Songs, Duty und Floating mit- geschnitten wurden und auf der Compilation 'Pop & Blues Festival '70' veröffentlicht wurden. Frumpy begaben sich dann auf eine ausgedehnte Frankreich-Tournee, absolvierten im Anschluß rund 50 hoch ge- lobte Konzerte in Deutschland als Vorgruppe von Spooky Tooth, Humble Pie und Renaissance und standen auch mit den damals schon sehr bekannten Yes auf der Bühne. Anschließend begaben sich die vier Musi- ker ins Studio und nahmen ihr Debüt 'All Will Be Changed' auf, das noch im selben Jahr bei PHILIPS RECORDS erschien. In Deutschland wurde das erfolgreiche Album als "musikalisch einfallsreich und auch wegen des präzisen Zusammenspiels" (MUSIK EXPRESS) hochgelobt. Herausragende Merkmale waren Inga Rumpfs kraft- voller Gesang, die langen Keyboardpassagen und die jazzigen Elemente. Anfänglich spielte die Band ohne Gitarristen, was im Rock-Genre eher ungewöhnlich war.


1971 wurde die Band um den Gitarristen Rainer Baumann (ex-Sphinx Tush) erweitert. Im gleichen Jahr erschien mit 'Frumpy 2' das nächste Album, das nahezu unter Livebedingungen aufgenommen worden war. Es war eine "zeittypische, aber gleichzeitig qualitativ wie kreativ, über das Gewohnte hinausreichende Fusion, aus Rock, Soul und Jazz, angereichert mit Zitaten aus Indien" (MUNZINGER). Das Cover bestand aus einer trans- parenten Plastiktüte mit Griff, die ein sechsmal auseinanderfaltbares Booklet und die Platte in multi- farbigem Vinyl enthielt. Frumpy verstand es, einen "überzeugenden Stilmix aus Rumpfs Gospel- und Blues- Leidenschaft, Baumanns strammen Bluesrock und den jazzigen Ansätzen von Kravetz" (ROCK IN DEUTSCHLAND) zu produzieren. Rumpfs Gesang sowie der Ideenreichtum und die Improvisationsfreudigkeit der Instrumente standen dabei im Mittelpunkt.

Bei der Rockballade How The Gipsy Was Born, dem größten Hit der Band, spielte Rainer Bau- mann ein langes Solo, dem schließlich nach einem Rhyth- muswechsel ein ebenso langes Kravetz-Solo auf der Hammondorgel folgte. Mit der 1972 veröffentlichten dritten (und für einige Zeit letzten) Studio-Platte, 'By The Way', deutete sich bereits das Ende der Gruppe an. Keyboarder Kravetz ließ sich immer öfter durch Erwin Kania (ex-Murphy Blend) vertreten. Auf der von Thomas Kuckuck co-produzierten Platte hatte Kania erheblichen Anteil.

Auf der anschließenden Deutschland-Tournee sprang zeitweise der Gitarrist Thomas Kretschmer (ex-Udo Lindenberg Band) für Baumann ein. Offenbar scheiterte die Band "am jeweils ausgesprochen zeitfressenden individuellen Erfolg der Einzelmitglieder" (MUNZINGER). Das letzte Frumpy-Konzert fand am 22. Juli 1972 im völlig überfüllten 'Beat Club' im niedersächsischen Langelsheim statt. Dabei zeigte Frumpy noch "einmal die ganze Klasse, die die Band auszeichnete" (ROCK TIMES). Ein Jahr nach dem Split folgte noch posthum das Album 'Live', das zwischen 1971 und 1972 bei unterschiedlichen Konzerten mitgeschnitten worden war. Das Live-Material zeigte noch einmal sehr deutlich die Fähigkeiten der einzelnen Musiker und der Band insgesamt, die live wirklich brilliant und mitreißend war. Der 'Musikexpress' veröffentlichte im August 1972 einen Nachruf auf die Band, der damit endete: "Wir bitten Sie, von Beileidsbekundungen abzusehen, da Sie bald von Inga, Karl-Heinz und Jean-Jacques unter einem anderen Namen hören werden".

 

KRAUT! ist ein feiner Krautrock-Querschnitt in vier Ausgaben, regional nach Regionen – Norden, Mitte, Süden und Berlin – sortiert, mit den größten Hits, viel längst vergessener Musik und den wichtigsten Songs.
Burghard Rausch

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Weitere Informationen zu Frumpy auf Wikipedia.org

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